Hohlraumversiegelung
Autos rosten von innen nach außen. Das bedeutet, dass sich in der Regel der Rost unentdeckt in Hohlräumen
entwickelt, bevor das Grauen dann ans Tageslicht tritt. Wenn es soweit gekommen ist, ist es eigentlich schon
zu spät. Ein wichtiger Punkt bei der Rostbekämpfung ist also die Hohlraumversieglung.
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Auch wenn schon ein bisschen
Rost
vorhanden ist, muss eine gute Hohlraumversiegelung in der Lage sein, dem
Fortschreiten entgegen zu wirken. Dabei dringt die Versiegelung in die Poren des Rostes und verdrängt
Sauerstoff und Wasser vom Kern, auch sollte eine gute Hohlraumversiegelung nach Jahren noch kriechfähig sein.
Denn nur dann kann sie noch in neue Ritzen und Spalten vordringen. In der Oldtimerszene stößt man oft auf
die Produkte Mike Sanders Korrosionsschutzfett und Fluid Film. Natürlich gibt es noch viele andere Produkte zur
Hohlraumversieglung auf dem Markt. Sie lassen sich in die Kategorien Wachse und Fette einordnen. Beide
haben ihre Vor- und Nachteile.
Hohlraumwachse
Bei Neuwagen werden mittlerweile überwiegend wachsbasierende Mittel zum Hohlraumschutz eingesetzt.
Wachse werden in der Regel mit Weichmachern, bzw. Verdünnern versehen. Dadurch sind sie leicht zu
verarbeiten. Der Haken an der Sache ist, dass die Weichmacher mit der Zeit verfliegen. Dadurch werden sie
dann hart und spröde. Sie reißen und der Schutz lässt nach. Der Schutz müsste nach ein paar Jahren erneuert
werden.
Fette
Fette werden durch Wärme flüssig. Das macht die Verarbeitung aufwendiger und schwieriger. Da hier
keine Verdünnung entweichen kann, behalten Sie länger Ihre Wirkung. Wenn es im Sommer warm wird,
verflüssigt sich ein gutes Fett wieder, dringt weiter in Hohlräume vor und verschließt entstandene Risse.
Hohlraumschutz in der Praxis
Wir nutzen die Gelegenheit um die Verarbeitung von Mike Sanders Korrosionsschutzfett zu beschreiben.
Bevor man mit der Arbeit beginnt, wäre es toll, wenn man weiß wo die Baustellen sind. Für viele Autos,
die ab den 70igern gebaut wurden, gibt es entsprechende Pläne. Man sollte also mal bei den
Clubs,
oder im Internet nachforschen, ob und wo man solche Pläne bekommen kann. Wichtig ist es auch alle Hohlräume
zu erreichen. Wenn der Wagen nicht schon entsprechende Löcher besitzt, kann es nötig sein, seinen Schatz anzubohren.
Je nach Lage sollten die Löcher nachher wieder mit Gummipfropfen vor Spritzwasser geschützt werden.
Fertan
Viele schwören darauf die Hohlräume vorher mit Fertan zu behandeln. Fertan ist ein auf Wasser basierender
Rostumwandler. Die Hohlräume werden damit ausgesprüt und bereits entstandener Rost bekämpft. In dem
Prozess entsteht eine sehr dünne Zinkschicht. Fertan muss nach der Verarbeitung mit viel Wasser
ausgespühlt werden. Die einen schwören auf Fertan, andere wiederum bemängeln, dass dabei Wasser an
Stellen gelangt, wo es sonst nie hinkommen würde und es auch nicht immer gleich wieder abläuft. Wenn
man also keine Trockenkammer zur Verfügung hat, sollte man vielleicht die Garage entsprechend aufheizen.
Auch bei der Vorbereitung sollte man daran denken, dass Fertan auf Wasser basiert. Bleibt von der
Vorreinigung ein Ölfilm auf der Oberfläche, weist dieser das Wasser ab und Fertan kommt
erst gar nicht zum Zug. Fertan kann man zum Beispiel mit einer Saugbecherpistole(Unterbodenschutzpistole) und einer
Sonde verarbeiten.
Heiß und fettig: Mike Sanders
Anders als bei Fertan, sollte man bei der Verarbeitung von Mike Sanders Korrosionsschutzfett unbedingt
auf eine Druckbecherpistole zurückgreifen. Bevor es aber losgeht, sollte man den Boden sorgfältig mit
Zeitungen auslegen. Wenn nachher etwas auf der Zeitung landet, kann man es eventuell auch noch wieder verwenden.
Auch ein gewisser Sprühnebel ist nicht zu vernachlässigen.
Wie schon angedeutet muss man Mike Sanders
Fett vor der Verarbeitung auf ca. 100 Grad erwärmen. Gleich zur Vorwarnung, mit einem Wasserbad
funktioniert es nicht. Aber zu heiß sollte es auch nicht werden, zum einen leidet das Fett und
zum anderen soll sich die Sonde ja nicht auflösen und uns um die Ohren fliegen. Apropos Sonde,
klug ist es, wenn man auf der Sonde ungefähr 15 cm von der Spitze mit einem wasserfesten Stift
eine Markierung anbringt. So merkt man, dass das Ende naht. Wir benötigen also einen
Campingkocher, einen alten Kochtopf und ein Thermometer. Ein Heißluftfön wäre auch nicht schlecht.
Mit dem Fön kann man die Pistole und Sonde schon mal vorwärmen. Perfektionisten bauen sich mit
einem Schlauch eine Vorrichtung um die Sonde möglichst effizient vorzuheizen. Wenn man es
ganz genau nimmt, und sehen will, was man macht, kann man sich auch noch ein Endoskop besorgen um
die Hohlräume vorher und nachher zu inspizieren.
So, jetzt haben wir es - fast. Sinnvoll wäre noch,
sich eine Pappe in Schlauchform zu falten, um zu testen wie schnell man die Sonde durchziehen muss.
Jetzt muss erst einmal die Sonde vorgewärmt und die Pistole gefüllt werden. Man sollte nicht zuviel
einfüllen, denn wenn das Fett schneller erkaltet als man arbeitet, wird es nervig. Man kann besser
ein paar Mal nachfüllen und bei der Gelegenheit eine Kaffee- oder/und Zigarettenpause einlegen.
Der Rest ist ein Kinderspiel: Die Sonde in den Hohlraum schieben und dann mit gleichmäßiger
Geschwindigkeit herausziehen und dabei den Hohlraumschutz versprühen. Wenn beim Herausziehen
die angebrachte Markierung erscheint, kann man rechtzeitig reagieren und die Sonde leerblasen.
Bevor man die Sonde komplett herauszieht, empfiehlt es sich, mit dem Sprühen aufzuhören.
Man sollte vermeiden, dass das Fett in der Sonde abkühlt und sie verstopft. Bei der Verarbeitung
an "frei" zugänglichen Flächen empfiehlt sich die Verwendung einer Hakendüse. Zuerst sollten die
Ecken und dann die Flächen versiegelt werden.
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